Amtsdeutsch adé!?

Ratschläge für eine bürgernahe und verständliche Verwaltungssprache

Kommt ein Brief vom Amt, stellt man sich unwillkürlich auf schwer verdauliche Lektüre ein: Bandwurmsätze, unverständliche Begriffe, verschwurbelte Formulierungen… Es fehlt nicht an Verbesserungsvorschlägen, nur tatsächliche Fortschritte sind rar. Warum das so ist, hat Michaela Blaha (Nur für Eingeweihte?) eindrücklich erörtert. Am spürbarsten sind Bemühungen, amtliche Texte für Menschen mit Lernschwierigkeiten und geistigen Behinderungen zugänglich zu machen (vgl. Artikel von Uwe Roth). Für die Allgemeinheit indes wird seit langem eine „einfache, verständliche“ Verwaltungssprache gefordert. Wie soll diese Sprache aussehen? Welche Leitfäden für die Verwaltungssprache gibt es? Was können Wegweiser zu ‚klarer‘ und ‚einfacher‘ Sprache beitragen? Weiterlesen

Einfach mal prüfen!

Was bieten Programme zur Textprüfung für Leichte und Einfache Sprache?

Wo es viele Regeln gibt, kann man viel falsch machen. Das erleben wir ständig beim Schreiben. Und wir sind froh, wenn uns ein Programm zur Rechtschreibprüfung auf Fehler hinweist (auch wenn mitunter Richtiges angekreidet und Falsches übersehen wird!). Mit Regeln gespickt ist auch die Leichte bzw. Einfache Sprache (vgl. hierzu den Beitrag Hauptsache verständlich!). Nur sind diese Regeln – über die Rechtschreibung hinaus – speziell auf Verständlichkeit gerichtet. Beispielsweise sollen Wörter oder Sätze kurz und einfach sein. Wieweit kann ein Programm prüfen, ob diese Regeln in einem Text eingehalten werden?  Weiterlesen

Hauptsache verständlich!

Ein Streifzug durch die Regeln für Klare, Einfache und Leichte Sprache

Wir alle wissen wie schwer es ist, Texte von Behörden oder Beipackzettel für Patienten zu entziffern. Doch viele Menschen bei uns haben ständig mit schwierigem Deutsch zu kämpfen: rund 7,5 Mio. Menschen können zwar einzelne Wörter oder Sätze lesen, aber Texte nicht eigenständig erschließen. Weitere 13 Mio. scheitern an fachlichen Texten (vgl. leo-Studie 2011). Zudem ist für etwa 1 Mio. Menschen in unserem Land Deutsch die Zweitsprache (vgl. RAM-Studie 2008). Und besonders schwer haben es Menschen, die fast gar nicht lesen können, meist infolge einer Lernschwäche oder Behinderung (allein 0,5 Mio. mit Lesestörung: Langenfeld 2006).

Nichts liegt näher als für diese Zielgruppen ein verständlicheres Deutsch anzubieten, das zum Lesen und Lernen ermuntert. Vorab ein anschauliches Beispiel:

Weiterlesen

Beipackzettel – versteh ich nicht!

Eine Erkundung der Chancen und Hürden für Patienteninfos in klarer Sprache

Wer kennt nicht diese nervigen Beilagen für Arzneimittel: verwirrend gefaltet, unleserlich klein gedruckt, gespickt mit Medizinerlatein, und was man erfährt sind vor allem die schrecklichen Nebenwirkungen. Das Problem ist längst erkannt: Viele Patienten sind mit den Beipackzetteln überfordert, lesen sie oft gar nicht oder missverstehen was drin steht oder verzichten völlig verunsichert auf die Arznei. Es ist also höchste Zeit, für verständliche Patienteninformationen zu sorgen (1). An Vorschlägen fehlt es nicht, nur tut sich bisher wenig – sind praktikable Lösungen in Sicht? Weiterlesen