Die Lousbergsage (1)

Die Lousbergsage in normaler Sprache (1)
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Die Entstehung des Lousbergs

Oder wie der Teufel erneut überlistet wurde

 

In seinem Zorn auf die Aachener – schließlich war er um den Lohn für seine Hilfe beim Dombau betrogen worden – schwor der Teufel Rache. Er holte zwei riesige Säcke Sand von der Nordseeküste, denn er hatte beschlossen, den Aachener Dom und am besten gleich die ganze Stadt samt ihrer Bewohner einfach zuzuschütten. Doch der Weg zurück nach Aachen war weit und ein lästiger Wind blies ihm ständig seinen eigenen Sand ins Gesicht. Die Last auf dem Rücken war so schwer, dass der Teufel schließlich, am Ende seiner Kräfte und fast blind durch den Sand in seinen Augen, eine Pause einlegte. Er bemerkte nicht, dass er es fast geschafft hatte, denn das Ponttor war nicht mehr weit.

Wie der Teufel so dastand und zweifelte, ob er es mit seinem Gepäck überhaupt bis Aachen schaffen würde, kam eine alte Bauersfrau vorbei. Er fragte sie, wie weit es noch bis Aachen sei. „Sehen Sie sich meine Schuhe an!“ sagte die schlaue Bäuerin und zeigte auf ihre alten, löchrigen Schuhe. Sie hatte den Pferdefuß ihres Gegenübers gesehen und ahnte, dass dieser mit den Säcken nichts Gutes im Schilde führte. „Die habe ich heute morgen in Aachen auf dem Markt gekauft, und jetzt sind sie völlig durchgelaufen, so weit ist es!“ Da heulte der Teufel vor Wut auf, denn so weit würde er mit seiner Last sicher nicht mehr kommen. Mit einem furchtbaren Fluch warf er die beiden Säcke fort und stürmte davon. Er ahnte nicht, dass die gewitzten Aachener ihn erneut überlistet hatten.

Seit dieser Zeit gibt es in Aachen das Sprichwort „De Oecher send der Düvel ze lous“ – die Aachener sind dem Teufel zu schlau. Aus den Säcken sind inzwischen der Lousberg und der Salvatorberg im Nordosten Aachens geworden. Tatsächlich bestehen diese Hügel aus reinem Meeressand, in ihrem Gestein findet man sogar Überreste von Muscheln. Der schlauen Aachener Bauersfrau hat die Künstlerin Krista Löneke-Kemmerling 1985 das Denkmal „Teufel und Marktfrau“ gesetzt, das am Fuße des Lousbergs an die Sage erinnert.


Quelle: www.nobis-printen.de

Foto: Karin Schütt

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