Die Lousbergsage (2)

Die Lousbergsage in Einfacher Sprache (2)
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aachener-dom-deckblatt

 

Lousbergsage

in Einfacher Sprache,
aufgeschrieben von Karin Schütt

 

Der Teufel war wütend auf die Aachener, die ihn beim Dombau betrogen hatten. Er wollte sich rächen und ihnen Böses antun.

Damals war Aachen noch eine kleine Stadt. Der Teufel hatte sich überlegt, dass er Aachen mit zwei Säcken Sand zuschütten wollte. Dann würden die Aachener nicht mehr über ihn lachen!

Gesagt – getan. Der Teufel ging bis an die Nordsee und füllte zwei Säcke ganz voll mit Sand. Da es an dem Tag heiß war und die Säcke sehr schwer waren, musste er öfters eine Pause machen.

Da kam ihm auf einmal eine ältere Frau entgegen, die einen Korb mit Brot trug und sehr kaputte Kleider anhatte. Der Teufel fragte sie: „Wie weit ist es noch bis nach Aachen?“
Die Frau war nicht dumm, sondern schlau. Das nennt man im Aachener Dialekt übrigens „lous“. Sie hatte den Pferdefuß und den Schwanz des Teufels gesehen und ihn erkannt.

So sagte sie: “Ich komme vom Markt aus Aachen. Der ist aber noch sehr weit entfernt. Mein Brot ist auf dem Weg ganz hart geworden und meine Schuhe sind vom weiten Gehen ganz kaputt. Beides habe ich auf dem Markt neu gekauft. Du siehst: Ich bin schon sehr lange unterwegs.“

Der Teufel war inzwischen ziemlich müde. Er war wütend, dass der Weg noch so weit sein sollte. Aus diesem Grund schüttete er die Sandsäcke sofort aus.

So entstanden der Lousberg, der Salvatorberg und der Wingertsberg.

Ein zweites Mal war jemand aus Aachen schlauer als der Teufel.


 

Quelle:
„Aachener Sagen in leichter Sprache“ von Karin Schütt und Künstlern des Atelier KUNSTVOLL der Alexianer Aachen GmbH

Foto: Karin Schütt

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