Bleibt uns da die Sprache weg?

Einer meiner vier erwachsenen Enkelsöhne (noch kein Vater) hat am Himmelfahrtstag mit seinen Kumpels natürlich eine Vatertags-Tour unternommen, und zwar auf dem Wasser in einem BBQ-Donut. Auf mein ahnungsloses „Was ist das?“ hin zückte er sein Smartphone, wischte kurz auf dem Display herum und zeigte mir dieses Foto:

Denkbar wäre eine verbale, erklärende Beschreibung etwa dieser Art: … ein kreisrundes von einem Motor angetriebenes Boot mit einer Grillvorrichtung in seiner Mitte, so dass die darum versammelten Bootsinsassen auf einem Gewässer dahin treibend grillen und das Gegrillte verspeisen können, Getränke inklusive, versteht sich

Doch alles das konnte er sich ersparen, denn wie heißt es (ganz im Sinne von Multisprech) immer noch?: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Freilich könnte man auch sagen: Die heutigen Fluten mit tausenden digitalen Fotos schwemmen uns die Sprache weg.

P.S. Aber es bleibt natürlich noch die kleine Hoffnung, dass man das Foto etwas länger im Display lässt oder sich gar die Mühe des Ausdruckens macht, um dann mit Anderen darüber zu sprechen, das Foto also als Sprechanlass zu nutzen. Dann wäre ein wenig Multisprech gerettet, und wir alle wären dann doch noch nicht ganz sprachlos!

Helmut Reisener

Foto: privat

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