Beim Namen genannt

Heutige neuere Produkte und Erfindungen tragen oft merkwürdige Namen, die man eigens für sie ersonnen hat. An diversen Automarken lässt sich das gut ablesen. Es gibt sogar Firmen, die auf Namensfindungen spezialisiert sind und dazu ihre Dienste anbieten. – Anders verhält es sich dagegen bei schon länger bestehenden Erfindungen, Entdeckungen oder Produkten. Die nämlich tragen meist den Namen ihrer Schöpfer. Damit betreten wir das Feld der Deonyme und Eponyme. So haben z.B. die meisten Autos (noch) einen Otto– oder Dieselmotor, wofür auf Litfaßsäulen zuweilen noch geworben wird.

In meinem Büro steht selbstverständlich der Duden, und es gibt noch Sammelordner des Herrn Louis Leitz, der 1871 seine Firma in Stuttgart eröffnete. Mediziner arbeiten mit Röntgenstrahlen und reden über Alzheimer und Parkinson. Handwerker arbeiten mit Fischerdübeln und Seismologen mit der Richterskala. In der Chemie spielt immer noch der gute alte Brenner des Herrn Bunsen eine Rolle. Im Eiskunstlauf gibt es den Lutz, den Rittberger und den Axel. Physikalische Einheiten werden in Hertz, Curie, Celsius, Fahrenheit und Ohm gemessen. Und es gibt berühmte Bauwerke wie den Eiffelturm und die Semper-Oper.

Das alles kann man auch im internationalen Kontext betrachten: Dem tschechischen Pflanzenforscher Gregor Johann Mendel verdanken wir die Mendelschen Gesetze und dem Franzosen Louis Pasteur das Pasteurisieren. Ihren Mac oder Mack (kurz für Regenmantel) verdanken die Engländer dem schottischen Chemiker und Erfinder Charles Macintosh, dem es 1823 gelang, Stoffe mit wasserundurchlässiger Textilfarbe zu imprägnieren und somit ‚waterproof‘ zu machen. Überhaupt kommen ja viele Erfindungen aus Schottland. Aus England kamen die ersten Wellingtons (Gummistiefel), entwickelt von Arthur Wellesly, 1. Duke of Wellington. Und dem Engländer John Montague, 4. Earl of Sandwich, sagt man die Erfindung der entsprechenden Speisezubereitung nach. Weniger menschenfreundlich sind freilich solche Erfindungen wie der Molotowcocktail, die Stalinorgel, die Kalaschnikow und die Guillotin(e). Bleibt noch ein recht nützlicher Gegenstand zu erwähnen, mit dem ich diesen Text zu Papier bringen konnte: Der Kugelschreiber. Wir verdanken ihn dem ungarischen Erfinder Lazlo Jozef Biro, der ihn 1938 patentieren ließ. Im englischen Sprachraum wird er schlicht ‚biro‘ genannt.

Ich bin mir sicher, dass den verehrten Leserinnen und Lesern dieses Beitrags noch viele weitere Beispiele einfallen dürften.

Gastbeitrag von Helmut Reisener

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